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Odin Bearbeiten

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Er ist mit den Narostigöttern befreundet. Lukas tut so, als ob er Odin wäre.

Aus Quelle 1 Bearbeiten

Odin der Göttervater Bearbeiten

Der Göttervater Odin ist die wichtigste Gestalt des germanischen Götterhimmels und zugleich in der Überlieferung wohl auch die komplexeste Figur in der nordischen Mythologie, um die sich viele verschiedene Mythen und Geschichten ranken. Während im nordgermanischen Raum vor allem die Bezeichnung „Odin“ gebräuchlich ist, ist die oberste Gottheit der Asen und der germanischen Götterwelt im Allgemeinen in Überlieferungen aus dem südgermanischen Gebiet auch als „Wodan“ oder „Wotan“ bekannt.

Der Rabengott auf der Suche nach Erkenntnis Bearbeiten

Der mächtige Göttervater zeichnet sich insbesondere durch seine allumfassende Weisheit und seinen großen Wissensdurst aus: Auf seinen Schultern sitzen die zwei Raben Hugin und Munin, die ihm von allem berichten, was sie auf ihren Botenflügen über das Weltgeschehen herausgefunden haben; ihretwegen wird der oberste Gott der Wikinger unter anderem auch als Rabengott bezeichnet. Übersetzt werden die Namen der Vögel bezeichnenderweise mit den Begriffen „Gedanke“ und „Erinnerung“.

Der Einäugige: Odins Opfer für die Weisheit am Brunnen Mimirs Bearbeiten

Die Suche nach Wissen, Wahrheit und Erkenntnis ist bezeichnend für den Göttervater und gilt als eine seiner wichtigsten und prägendsten Charaktereigenschaften. So opferte Odin aus Liebe zur Weisheit sogar die Hälfte seiner Sehkraft: Er besuchte Mimir, den Hüter einer Urquelle der Weisheit unter dem Weltenbaum Yggdrasil, und bat ihn um einen Schluck aus dem Brunnen, dessen Wasser Wissen und Erkenntnis verleiht. Als Opfer für das Erlangen dieser Wahrheit war der Göttervater auf das Gebot Mimirs hin bereit, eines seiner Augen als Gabe in den Brunnen zu legen. Odin wird deshalb auch „der Einäugige“ genannt und auf vielen Darstellungen so gezeigt.

Das Selbstopfer Odins am Weltenbaum Yggdrasil Bearbeiten

Nicht nur sein Auge gab Odin im Brunnen Mimirs hin, um zu Wissen, Weisheit und Erkenntnis zu gelangen: Er scheute auch nicht davor zurück, sich selbst als Opfer darzubringen. So hängte er sich selbst neun Tage und Nächte an der Weltenesche Yggdrasil auf, um danach mit größerer Weisheit zu neuem Glanz zu gelangen. Das Selbstopfer Odins am Weltenbaum wird oft als symbolischer Tod mitsamt einer Wiederauferstehung verstanden und deshalb auch mit christlicher Symbolik und christlicher Überlieferung gleichgesetzt.

Odins Begleiter: Hugin und Munin, Sleipnir, Geri und Freki Bearbeiten

Gemäß den nordischen Überlieferungen zählen verschiedene Wesen und Tiere zu Odins Begleitung. Neben den beiden Raben Hugin und Munin, die auf den Schultern des Asen thronen und seine Berichterstatter sowie der Ersatz für seine mangelnde Sehkraft sind, gibt es noch weitere göttliche Tierwesen, die dem Göttervater zur Seite stehen.

So ist einer der wichtigsten Begleiter des mächtigsten Asen und Herrscher über den germanischen Götterhimmel das achtbeinige Schlachtross Sleipnir. Auf Sleipnir reitet Odin jeden Morgen über die Weiten des Himmelszelts, begleitet von seinen beiden Raben; und das vielbeinige Pferd ist sein treuer Weggefährte auch im Kampfgeschehen und in den entscheidenden Schlachten der Götterdämmerung.

Neben Hugin, Munin und Sleipnir sind auch die beiden Wölfe Geri und Freki oftmals an Odins Seite zu finden. Übersetzt lauten ihre Namen „Gierig“ und „Gefräßig“, und ihre wichtigste Aufgabe ist es, dem Göttervater auf der Jagd hilfreich zur Seite zu stehen und ihn zu begleiten.

Odins Sitz in Asgard Bearbeiten

Als Oberhaupt der nordischen Götter hat Odin seinen Sitz in Asgard. Er herrscht dort als oberster und wichtigster Gott aus dem mächtigen Geschlecht der Asen in zwei Palästen. Während der eine Palast ihm vor allem dazu dient, einen Blick über die ganze Welt haben zu können und von seinem Wohnsitz aus das Geschehen beobachten zu können, dient der zweite Palast Versammlungen mit anderen Göttern. Auch ist der zweite Palast, Gladsheim, der Ort, an dem sich Walhall befindet: In Walhall werden die ruhmreich in der Schlacht gefallenen menschlichen Krieger nach ihrem Tode versammelt, um an der Seite der Götter zu feiern und sich für die letzte Schlacht vorzubereiten. Odin galt aufgrund der versammelten toten Krieger in Walhall auch als „Gott der Erschlagenen“ und wurde wegen seiner Kriegslust und seiner Stärke vor allem von Wikingern stark verehrt und bewundert.

Ein Gott mit vielen Gesichtern und Facetten Bearbeiten

Odin gilt nicht nur als prominentester Gott der germanischen oder nordischen Mythologie, er ist auch als eine sehr ambivalente Gestalt in die Überlieferung eingegangen. In der Figur des Göttervaters vereinigen sich viele verschiedene Eigenschaften und Attribute, die ihm zugesprochen werden und die Geschichten über ihn in großem Umfang bestimmt haben. So ist Odin einerseits der Gott des Krieges und des Heldentodes, aber auch ein listenreicher und heimtückischer Gott der Magie und der Weisheit.

Odin, der oft als Wanderer dargestellt wird, da er unerkannt unter Menschen und Göttern wandelte, um ihre Geschichten zu erfahren, vereinigt viele verschiedene Facetten. Er ist weises und mächtiges Oberhaupt der Götter, aber auch ein gefürchteter und mächtiger Kriegsgott; er ist zu gleichen Teilen gerecht und heimtückisch. Während viele ihn aufgrund seiner Stärke und seiner Kampfkunst verehrten, sahen andere in ihm einen Quell des Wissens und der Weisheit und einen Wanderer auf der Suche nach Erkenntnis und Antworten.

Aus Quelle 2 Bearbeiten

Odin oder Wodan (südgermanisch Wōdan, altisländisch Óðinn, altenglisch Wōden, altsächsisch Uuoden, althochdeutsch Wuotan, langobardisch Godan oder Guodan, gemeingermanisch Wôðanaz) ist der Hauptgott in der nordischen und kontinentalgermanischen Mythologie. In der eddischen Dichtung fungiert er als Göttervater, Kriegs- und Totengott, als ein Gott der Dichtung und Runen, der Magie und Ekstase mit deutlich schamanischen Zügen.

Etymologie Bearbeiten

Je nach Kontext sind im Deutschen sowohl die nordgermanische Namensform Odin als auch die südgermanischen Formen Wodan oder, in neuhochdeutscher Lautung, Wotan üblich. Der älteste schriftliche Nachweis des Namens ist eine Runeninschrift auf einer Bügelfibel von Nordendorf aus dem sechsten Jahrhundert n. Chr., die neben anderen Namen Wodan nennt. Die zweite Silbe wurde im Nordseegermanischen zu -en oder -in umgebildet (angelsächsisch Wōden). In den nordgermanischen Sprachen fiel zudem das anlautende W- (wie stets vor o und u) aus. Der früheste Beleg für den Götternamen Odin aus der Zeit um 725 n. Chr. fand sich in der Form uþin auf einem mit Runen beritzten Schädelfragment.

Beide Namensvarianten gehen auf eine westliche Dehnform zur indogermanischen Wurzel *wat „anblasen, anfachen, inspirieren“, nach anderen *u̯ā̌t-, *u̯ōt- „geistig angeregt sein“ oder *weh₂t- „wütend, erregt, inspiriert“, zurück, die auch das altindische ápivátati „bläst an, inspiriert“, das lateinische vatēs „Seher, Dichter, Wahrsager“ und altirisch fāith „Seher, Prophet“ hervorgebracht hat. Die rekonstruierte protogermanische Urform des Götternamens lautet *Wōdanaz. Das althochdeutsche und mittelhochdeutsche wuot „heftige Bewegung, heftige Gemütserregung, Raserei“ und neuhochdeutsch Wut „rasender Zorn“, und niederländisch woede „Wut, Raserei“ lassen sich über gemeingermanisch *wōdaz „besessen, erregt“ (direkt daraus noch gotisch wods „wütend, besessen“ und altenglisch wōd „wahnsinnig, wütend, rasend“) ebenfalls auf diese indogermanische Wurzel zurückführen. Auf parallele Ableitungen derselben Wurzel gehen außerdem altenglisch wōþ „Ton, Stimme, Dichtung, Gesang“ und altnordisch óðr„Erregtheit, Dichtung, Dichtkunst“ zurück, die weitere Charakteristika des germanischen Gottes (seine Verbindung mit Dichtung, Gesang und Magie) beleuchten. Die mit dem Gott Wodan verknüpfte seelische Erregung kann sich ebenso auf die poetische Dichtung beziehen wie auf die Magie und deren mögliche Anwendung im Krieg oder auf die jähzornartige Wut der Berserker. Schon Adam von Bremen fasste in seiner Beschreibung des Tempels von Uppsala in seinen aus dem elften Jahrhundert stammenden Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum das Wesen des Gottes in diesem Sinne zusammen: „Wuodan id est furor“ („Wodan, das heißt Wut“).

Mit der Zweiten Lautverschiebung wurde aus dem südgermanischen Wodan althochdeutsch Wuotan und langobardisch Wotan bzw. in romanischer Schreibweise G(u)odan. In der Neuzeit, vor allem im Zuge der Romantik wurde der Name im Deutschen wieder aufgenommen. Richard Wagner verwendete zunächst die westgermanische Lautform Wodan (so im II. Akt des Lohengrin), ab etwa 1860 entschied er sich jedoch für die zwischen Wodan und Wuotan vermittelnde Schreibweise Wotan. Diese Namensform, die im Frühmittelalter nur im Langobardischen einmal belegt ist, wurde durch den Einfluss seiner Opern zur gebräuchlichen Schreibweise des südgermanischen Namens.

Der Name des Mittwochs nimmt in anderen germanischen Sprachen in Anlehnung an das römische Vorbild dies Mercurii „Tag des Mercurius“, auf Wodan Bezug (vgl. Interpretatio Romana). Der „Wodanstag“ oder auch „Odinstag“ wurde im Niederländischen zum Woensdag, im Englischen zum Wednesday, im Friesischen zum Wernsdey, im Dänischen und Schwedischen zum onsdag. Die Entlehnung hängt mit der Übernahme der römischen Siebentage-Woche durch die kontinentalen Germanen des zweiten bis dritten Jahrhunderts zusammen. Im deutschen „Mittwoch“ sollte der Name des höchsten germanischen Gottes vielleicht vermieden werden.

Darstellung Bearbeiten

Odin auf einem Thron sitzend, um 900 n. Chr., Fund aus Gammel Lejre, Dänemark (Wikingerschiffsmuseum Roskilde)

Hölzerner Odinskopf aus Gamlebyen, 12. oder 13. Jahrhundert n. Chr. (Kulturhistorisk Museum, Oslo)

Odin wird häufig als göttlicher Reiter auf seinem achtbeinigen Ross Sleipnir dargestellt. Charakteristisch ist daneben seine Einäugigkeit, die in einer Sage dahingehend erläutert wird, dass er Mimir ein Auge als Pfand überließ, um in die Zukunft sehen zu können.

2009 wurde bei Ausgrabungen in Gammel Lejre in Dänemark eine 1,75 cm hohe und 1,98 cm breite vergoldete Figur aus Silber gefunden. Das Museum Roskilde datiert den einzigartigen Fund auf 900–1000 n. Chr. Es handelt sich dabei um eine Darstellung von Odin und seinem magischen Thron Hlidskialf mit den Raben Hugin und Munin. Der Thron befähigt Odin, alle neun Welten zu sehen. Dass das linke Auge auf manchen Abbildungen schlecht zu sehen ist, verweist hier jedoch nicht auf das Auge, das Odin opferte, um Weisheit zu erlangen. Die linke Gesichtshälfte wurde nur nachträglich etwas blanker geschliffen. Kleine Throne wurden auch bei anderen archäologischen Ausgrabungen gefunden, darunter auch in Haithabu. Jedoch fehlt auf diesen eine Person. Der Fund in Gammel Lejre ist die älteste bekannte Darstellung von Odin und seinem magischen Thron Hlidskialf.

Herkunft Bearbeiten

Als früheste Nachweise der germanischen Gottesvorstellung wurden Felsbilder in Skandinavien gedeutet, die übermannsgroße Figuren in phallischer Pose und mit einem Speer bewaffnet zeigen. Diese Deutungen sind aber umstritten und beruhen auf den spätheidnisch-skandinavischen schriftlichen sowie bildhaften Darstellungen Odins als einer mit einem Speer attributierten Gottheit neben Thor mit seinem Hammer und Tyr als Schwertgott.

Tacitus benennt im neunten Kapitel seiner ethnographischen Abhandlung, der landläufig verkürzt betitelten Germania, den ihm übermittelten Abriss zu den religiösen Verhältnissen der Germanen. In der Eröffnung zitiert er wörtlich Caesar nach dessen Gallischem Krieg. Tacitus führt als höchste verehrte Gottheit in römischer Interpretation den Mercurius an. Aus der weiteren Benennung der zwei weiteren Hauptgottheiten Hercules und Mars für Donar/Thor und Tiwas/Tyr wird für MercuriusWodan/Odin erschlossen. Die Einführung des Tacitus ist jedoch wohl nicht ganz deckungsgleich mit den vermuteten tatsächlichen Verhältnissen. Auch die problembehaftete Identifizierung des Hercules mit Donar/Thor zeigt, dass eine differenzierte Wertung zwingend ist.

In den ersten nachchristlichen Jahrhunderten wurde Wodan in der Germania inferior durch Weihesteine geehrt, die in der Regel von Germanen gestiftet wurden, die in römischen Militär- oder Staatsdiensten standen. Die Steine tragen Inschriften, die den Namen des Mercurius mit germanischen Begrifflichkeiten paaren, seien es Bezüge zu Örtlichkeiten, zu einzelnen Stämmen oder Namensformen mit anderen Bezügen. Beispielhafte Inschriften sind Mercurius Cimbrianus „Wodan der Kimbern“' und Mercurius Leudisius „Wodan von Lüttich“.

Die Deutungen der Felsbilder führten neben anderen Aspekten in der Forschung zu einer ungeklärten Streitfrage. Auf der einen Seite steht die in Anlehnung an Georges Dumézil und andere vertretene These, dass Wodan/Odin eine gesamtgermanische Götterfigur aus indogermanischer Zeit sei. Auf der anderen Seite steht die These der allmählichen Wanderung des Wodan-Kults, der sich vor der Zeitenwende im niederrheinisch-nordwestdeutschen Raum entwickelt und von dort ausgebreitet habe und dabei den alten Hoch- und Himmelsgott Tiwaz aus dessen Stellung verdrängte. Dieser Prozess müsse dann im Kontext der Auseinandersetzungen mit dem Römischen Reich sowie der Veränderung innergermanischer Verhältnisse gesehen werden.

Schriftzeugnisse im kontinental-germanischen Bereich sind spärlich, hauptsächlicher Nachweis sind hier spätere, zum Teil nach der Christianisierung verfasste Quellen (Edda), welche die im Brauchtum tief verwurzelten Erinnerungen an die heidnische vorchristliche Zeit und deren religiöse Riten und Mythologien reflektieren. Zudem ist in den isländisch-eddischen Schriften des Hochmittelalters der Einfluss der Christianisierung und sowohl christlicher als auch griechisch-römischer Vorstellungen auch und gerade bei der Darstellung Odins zu erkennen. Otto Höfler stellte auf Grundlage der disparaten Quellensituation zu Odin/Wodan fest, dass man diesen nicht zu einem einheitlichen anthropomorphen, menschengestaltigen Charakterbild zusammenfassen kann, jedoch lässt sich über die Epoche des germanischen Paganismus hinweg ein einheitlicher Kulttypus feststellen. Dieser manifestiert sich, wie in der etymologischen Deutung kurz umrissen, folgend:

  • die Beziehung zur Ekstase
  • der Bezug zu den Toten beziehungsweise Totenkult
  • die Verwandlungsfähigkeit
  • kriegerische, vegetative und dämonische Züge

Wodan in der kontinentalen Überlieferung Bearbeiten

Darstellung nach den Merseburger Zaubersprüchen aus Emil Doeplers Walhall. Die Götterwelt der Germanen (Berlin 1900): Wodan heilt Balders Pferd. Daneben sind drei weibliche Figuren zu sehen, die vermutlich die im zweiten Zauberspruch genannten Sinthgunt, Schwester der Sunna, und Frija, Schwester der Volla, darstellen.

Wodan ist der bestbezeugte Gott bei den germanischen Stämmen und Völkern der Wanderungszeit. Berücksichtigt werden muss bei dieser Aussage die generell schlechte primäre Quellenlage:

  • Alemannen: Die Bügelfibel von Nordendorf (Mitte des sechsten Jahrhunderts) nennt die Götter Wodan und Wigiþonar. Ein weiteres Zeugnis berichtet von den irischen Missionaren Kolumban und Gallus (um 600), die bei Bregenz eine Gruppe vom Stamm der Sueben antrafen, die dabei waren, dem Wodan ein Bieropfer darzubringen.
  • Franken: Im zweiten Merseburger Zauberspruch erscheint Wodan als geschickter Magier, der das verletzte Pferd des Balder heilte.
  • Langobarden: Der Gelehrte Paulus Diaconus erzählt eine Sage, wie Frea ihren Mann Wodan überlistete.
  • Sachsen: Das sächsische Taufgelöbnis nennt in dieser Reihenfolge die Götter DonarWodan und Saxnot.
  • Angelsachsen: Im Neunkräutersegen wird Woden namentlich angeführt und erscheint dort als möglicher Runenzauberer. Sein Name ist des Weiteren Bestandteil zahlreicher angelsächsischer Ortsnamen.
  • Schlesien: Der sagenhafte Berggeist Altvater im Altvatergebirge trägt deutliche Züge des Wodan.

Odin in der nordischen Mythologie Bearbeiten

Odin ist eine der komplexesten Gestalten in der nordischen Mythologie. Kennzeichnend sind in den altnordisch-isländischen mythologischen Schriften die zahlreichen Beinamen, die ihn charakterisieren (vgl. Liste der Beinamen Odins).

Zusammenfassung aus der Lieder- und Prosa-Edda Bearbeiten

Aus den salzbereiften Steinen leckte die Kuh Audhumbla den Riesen Bure; dieser bekam einen Sohn, Börr, der sich mit der Riesentochter Bestla vermählte und mit ihr Odin, Vili und Vé zeugte. Die letzteren beiden verlieren sich weitestgehend aus der Asengeschichte, werden selten erwähnt und in erster Linie auf eine Stellvertreterfunktion ihres Bruders eingeschränkt; Odin aber waltet mächtig, schöpferisch, durch alle Zeiten hindurch, bis zum Weltenbrand – dem Götterschicksal Ragnarök. Die erste Tat der drei vereinten Brüder war, dass sie gegen den Riesen Ymir auszogen, ihn erschlugen und aus seinem Leichnam die Welt bildeten. Die Welt war von Ymirs Blut überschwemmt, und es retteten sich nur ein Paar, der Riese Bergelmir und seine Frau. Nachdem die Erde gebildet war, bestand sie aus zwei Teilen: der eine nur aus Feuer (Muspellsheim) und der andere nur aus Eis (Niflheim); dazwischen befand sich die Schlucht, Ymirs Grab. Odin bevölkerte die Erde, indem er ein Menschenpaar, Ask und Embla, erschuf. Allein das Riesengeschlecht pflanzte sich gleichfalls fort, und so war von Anfang an der Streit zwischen dem Guten und dem Bösen gelegt, in dem auch Odin selbst untergeht, da er nur ein endlicher Gott ist.

Odin ist überaus weise. Sein Wissen verdankt er zwei Raben, Hugin und Munin, die auf seinen Schultern sitzen und ihm alles erzählen, was auf der Welt geschieht, weshalb er auch der Rabengott heißt; ferner bezieht er sein Wissen aus einem Trunk von Mimirs Brunnen, wofür er ein Auge verlor; daher wird er auch der Einäugige genannt. Den köstlichen Skaldenmet wusste er sich durch seine List und männliche Schönheit von Gunnlöd zu verschaffen, ist daher auch Dichterkönig und führt den Beinamen Liodasmieder (Liedermacher, Verseschmieder).

Odins Gattinnen und Geliebte sind: Jörd (Mutter des Thor), Rind (Mutter des Wali), die Asenkönigin Frigg (Mutter des Balder), Grid (Mutter des Vidar), neun reine Riesenjungfrauen von unendlicher Schönheit, die alle neun am Meeresstrand schlafend, zugleich Mütter des Heimdall wurden; Skadi, früher Njörds Gattin (von O. Mutter des Säming und vieler anderer Söhne), Gritha (Mutter Skiolds); ferner erfreute ihn mit ihrer Gunst die Riesentochter Gunnlöd. Über die Mütter von Odins Söhnen Hödur, Bragi und Hermodr gibt es keine Quellen.[30] Ob sie Söhne der Frigg oder anderer Mütter sind, bleibt somit reine Vermutung. Als Tyrs Vater geben die Überlieferungen sowohl Odin als auch Hymir als Vater an.

Odin wohnt in Asgard, wo er zwei Paläste hat: Walaskialf und Gladsheim mit Walhall. Von dem ersten vermag er die ganze Welt zu überschauen; der zweite ist zu den Versammlungen des Götterrats bestimmt; darin befindet sich die Halle, in der sich um ihn alle Helden der Erde sammeln, um mit ihm gegen die den Weltuntergang herbeiführenden Mächte zu kämpfen. Diese Helden heißen Einherjer, werden auf dem Schlachtfeld (Walstatt) von den Walküren mit einem Kuss zum Festmahl Odins eingeladen und erwarten dort unter fortwährendem Festgelage und Kämpfen das Schicksal der Götter (Ragnarök).

Selbst ein Freund des Zechens und der Schlachten, lässt Odin sich stets von zwei Walküren, Rista und Mista, mit goldenen Pokalen bedienen und kämpft mit den Einherjern auf seinem achtfüßigen Ross mit einem nie das Ziel verfehlenden Speer Gungnir; doch helfen ihm weder seine Helden noch seine Waffen: Der Weltuntergang bringt auch ihm den Tod. Yggdrasil, die Weltenesche, ist ein Sinnbild der Unsterblichkeit. Durch Odins Selbstopfer wird Yggdrasil zum Opferbaum. Da Odin sich selbst am Baum aufhängt, um das geheime Wissen bei den Wurzeln Yggdrasils zu erlangen.

Odins Selbstopfer Bearbeiten

Odin ist beharrlich auf der Suche nach Weisheit. Er gibt ein Auge als Pfand gegen einen Schluck aus Mimirs Brunnen, um seherische Kräfte zu bekommen. Er raubt von der Riesin Gunnlöd den Skaldenmet Odrörir und bringt ihn in Adlergestalt zu den Göttern. Nach der Überlieferung beneidete Odin die Nornen um ihre Fähigkeiten, Runen zu schreiben. Als sich die Runen nur den „Würdigen“ offenbarten, hängte sich Odin am eigenen Speer an den Weltenbaum Yggdrasil. Er hing dort für neun Tage und Nächte („Vom Speer verwundet, dem Odin geweiht, mir selber ich selbst, am Ast des Baums, dem man nicht ansehen kann, aus welcher Wurzel er spross“; aus Odins Runenlied 138), bis ihm die Runen erschienen. (Odins Runenlied in der Hávamál der Lieder-Edda).

Magische Artefakte und Begleiter Bearbeiten

Odin auf einem Thron, seinen Speer in Händen, flankiert von den Raben Hugin und Munin und den Wölfen Geri und Freki, Holzschnitt von Johannes Gehrts aus Walhall. Germanische Götter- und Heldensagen. Für Alt und Jung am deutschen Herd erzählt (1883) von Felix und Therese Dahn

Odin reitet jeden Morgen auf seinem achtbeinigen Ross Sleipnir und mit seinen beiden treuen Raben Hugin und Munin („Gedanke“ und „Erinnerung“) über den Morgenhimmel und erkundet die Welt. Seine Wölfe Geri und Freki („Gierig“ und „Gefräßig“) helfen ihm bei der Jagd. Er besitzt den goldenen Zwergen-Ring Draupnir und den Speer Gungnir, mit dem er den ersten Krieg in die Welt brachte, als er ihn ins Heer der Wanen warf. Weiterhin hat er den abgetrennten Kopf des Riesen Mimir, der die Zukunft vorhersagen kann. Von seinem Thron Hlidskialf aus (er steht in Valaskjalf; siehe auch: Sökkvabekk oder Gladsheim) kann Odin alles sehen, was sich in der Welt ereignet. Odin trägt einen Wunschmantel, der ihn an die Orte bringt, an denen er sich aufhalten will, und mit dem er sich unsichtbar machen kann.

Brauchtum Bearbeiten

Im Volksglauben hat sich bis in die Neuzeit die Vorstellung erhalten, dass Wodan zur Zeit der Herbststürme in der Wilden Jagd (dänisch Odins jagt, schwedisch Odensjakt, altnordisch auch Asgardareid) mitsamt dem Heer der Verstorbenen durch den Himmel bewegt. Neben Odin soll auch Frigg an der Wilden Jagd teilhaben. Wodan als der Herr der Toten und Stürme (hier besonders der Herbststürme) kam bei den heidnischen Herbstfesten eine besondere Rolle zu. Im altsächsischenSiedlungs- und Sprachgebiet hält sich vereinzelt bis heute (zum Beispiel in Ostwestfalen) der Brauch, dem alten Gott bei der Ernte Dankopfer darzubringen. Dies kann eine nicht gemähte Ecke des Feldes sein, die stehen gelassen wird, um gleichsam durch das Zurückerstatten eines Teils der Ernte um Segen für das nächste Jahr zu bitten, oder wie bis ins 16. Jahrhundert der Brauch, „Woden“ zu Ehren Bier als Trankopfer auszugießen und Tänze aufzuführen.

Jacob Grimm zeigte, dass besonders Erntesprüche und damit verbundene Segenssprüche in diesem Sinn auf Wodan Bezug nahmen. Vor allem in den ehemaligen sächsischen Gebieten, dem heutigen Niedersachsen und Westfalen, aber auch den sächsischen Siedlungsgebieten in England, wo der Wodanskult tief in den Stammessagen verwurzelt war und auf das tradierte Brauchtum bis in die Gegenwart abstrahlt. Grimm führte z. B. aus den mecklenburgischen und besonders aus dem schaumburg-lippischen Landen folgende Erntesprüche in den jeweiligen niederdeutschen Dialekten an:

Mecklenburg:

Schaumburg:

Geistliche, die sich bis ins 19. Jahrhundert an solchen Riten beteiligten, erhielten Getreideopfer zum Schutz der Feldfrucht von den Bauern. Auch bei Schlachtungen gab es ähnliche Riten. So wurden Gebärmutter und Scheide einer geschlachteten Sau als Dankopfer, „die Wood“, in das Geäst eines Baumes geworfen, damit Krähen und Raben, Wodans ständige Begleiter, sich daran gütlich tun konnten.

Auf einer Synode im Jahr 813 ließ der Frankenkönig Ludwig der Fromme, Sohn Karls des Großen, den Michaelstag in die Woche des Festes für Wodan legen. Die zahlreichen Michaelskapellen in Norddeutschland weisen auf vermutete vorherige Wodansheiligtümer oder andere Kultplätze hin. Daneben deuten Funde von Weihesteinen auf den Bezug zwischen Wodan und St. Michael hin. So wurden auf dem „Michelsberg“, der ein Vorberg des Heiligenbergs bei Heidelberg ist, Weihesteine gefunden, welche die Inschrift „Mercurius Cimbrianus“ bzw. „Mercurius Cimbrius“ tragen, und somit auf alte Wodanskultstätten hinweisen, die zu christlichen Zwecken umgewandelt wurden. In der Regel wurde auch durch die Errichtung von Kapellen vor Ort die christliche Inanspruchnahme ausgedrückt. Im selben Zeitraum setzte eine deutliche Dämonisierung seitens der christlichen Missionare ein, wie beispielsweise im Wortlaut des sächsischen Taufgelöbnisses nachzuvollziehen ist. Dies war im Falle Wodans insofern naheliegend, als der schamanische Grundzug des Gottes in der religiösen Praxis der frühen Deutschen noch alltäglich gegenwärtig war. Zusätzlich wurde dem aus christlicher Sicht machtlosen Wodan der Heerführer Christus oder der heldenhafte Erzengel Michael, der den Drachen besiegt, gegenübergestellt.

Quellen Bearbeiten

  1. www.wikingerzeit.net/kultur-der-wikinger/glaube-der-wikinger/goetter/asen/odin.html
  2. https://de.wikipedia.org/wiki/Odin